Mein schwarzes Herz

Ich kann nicht mehr,
ich weiß es nicht
wie, warum wofür
kämpfe ich?
Muss doch selbst erst wachsen,
bilden, lieben,
die Dornen
aus meinen Wunden ziehen.

Und doch,
grad trotz
der Schönheit
in der Welt,
treibt die Angst
viel zu weit.
Und doch, grad trotz
am Schnellsten
erstickt die Vernunft im Keim
durch Werbung,
Spruch und Schleim,
frisst die Kampagne,
alles an Menschlichkeit
und bilden sich ein
eine Hysterie
aufs Vaterland,
altes Allemagne.
Und wie Magie
erscheint sie
überall
und doch, grad trotz
gesponsert von denen
weit dort drüben,
überm Meer,
die profitieren
von all der Angst.
Es ist doch so einfach zu benennen.
Ein Geschäft,
ein Meisterwerk der Hierarchie.
Diese Hetze,
mit einer von Schrecken gefüllte Galerie.
Und doch, grad trotz
wann ist es Schluss?
Es schreit in meinem Kopf,
wer bitte gebärt den Todeskuss?

Wieso schweigen, wieso reden,
wieso können wir nicht miteinander leben?
Doch was können wir erwarten
von denen,
von uns,
die versuchen es zu schaffen,
Tag zu Tag
zu überleben,
12, 13, 14, 15, 16 Stunden am Tag,
das ganze Leben lang.
Geschlagen, erniedrigt, getrieben
von klein und groß
von Armut und vom Klassenzwang.
Und nicht wissen wie
und wohin mit ihrer Wut,
benebelt von der eigenen Trauer,
ich versuche es zu sehen,
zu verstehen
und scheiter immerzu
wie du,
denn
ich sehe nur Angst,
habe Angst,
Angst vor allem
vor dem Unsichtbaren,
Schön eingetrichtert
mit der Muttermilch.

So wächst und wächst
das Umfeld
von schwarz
türkis
auf blau folgt braun.
Wie verschmiert
die Tinte,
die kraklige Unterschrift,
fließt
durch die Adern
der Masse
so rasch das Gift,
getrennt sind wir in unseren Blasen.
Schön chauffiert voneinander,
schreien wir Parolen
oder stehen stumm an einem Platz
und kommen nicht weiter vor
als mehr zurück.
Und plötzlich zählt nur mehr der Hass.

⁣Wir schweigen,
wir reden,
wieso können
wir nicht miteinander leben?
Ich verstehe es nicht
den Unterschied
Woher ein Mensch kommt
Woher er, sie, wir  –  ist.
Ich versteh es wirklich nicht.

Mein Herz,
es schlägt
wie deines,
wie ihres,
wie seines.
Unser eins.
Wir alle sind doch nur
ein Mensch
von Mensch geschaffen.
So verschieden,
doch so gleich.
Wollen, müssen, sollen
verstanden, anerkannt
in Sicherheit uns wiegen.

Denn wie viel Liebe braucht der Mensch?
So viel.
Und wie viel Hass les‘ ich in den Kommentaren.

Der Wert von unserem kurzen Leben
ist es
zu überleben.
Zu erhalten
unsere eigene Art.
Doch wie jeder Regentropfen,
der auf meinem Fenster klopft,
so stirbt ein Mensch, ein Kind
– einfach so,
ohne Sinn,
denn es gibt genug,
mehr als wir je brauchen.
Uns geht es doch so gut,
hier in Wien,
mitten
in dieser schönen Stadt.
So gut,
lasst uns nicht verlieren,
lasst uns reden,
nicht gemeinsam schweigen,
uns durch die bloße Stille enteignen.

Der Hass, die Angst, die Hetzerei
Von uns selbst für einander geschaffen,
Mit den altbekannten Waffen.
Zerstören wir
unsere Kraft
im Kollektiv
hat meine Münze,
mein Laut,
meine Stimme
noch einen Wert in diesem WirrWarr aus Geschichten,
die aus allen Ecken hüpfen
und kreischen und schreien
und lauter Löcher in mir brennen,
tief in meine Brust.
Ich will, ich kann nicht machtlos reglos sitzen
– ich wünscht es wär jetzt Schluss.

Doch immerzu,
wo die größte Hetzte hetzt und hasst
und Angst zu unseren Organen dringt, glänzen die Augen,
die Maschine,
diese Farce,
die uns zieht in allen Richtungen,
außer zueinander.
Geht fort!

Wir müssen uns vereinen,
allesamt.
Einfach
weil der Mensch ein Mensch ein Mensch ist.
Und nur Herz und Hirn
sollt liegen auf der Waage.

Doch der Hampelmann,
er springt herum
und lügt und schreit
und stilisiert
ein Feindbild
zum Schutze seiner Gier.
Der Wahrheit letzter
Atmen
wird am Boden erstickt und
er spuckt herunter
von seinem Podest
von ganz weit oben.

Und ich frage mich,
ich verstehe es nicht,
wieso
existiert dieses Elend auf der Welt.
Wieso,
wieso geben wir immerzu diejenigen
Unseren Rücken,
Steigt hinauf, spuckt hinab,
Auf uns Geiseln unseres eigenen Missverstand.
Ihr, die uns stoppen,
die, die Kunst,
die meine, deine, unsere Stimme
nicht erhören wollen,
werden,
nie und nimmer.
Ich wünscht ich würd mich irren.

Wie viel Wert hat mein Herz in euren Händen?
Wie viel Wert hat die Luft,
die deine Lungen füllt?
Wie viel Wert hat ein Leben in dieser Welt?
Wie viel Wert hat Liebe, Empathie
Wie viel Wert haben wir für sie?
Anscheinend nichts, doch ich hoffe,
denn nein, ich bete nicht,
ich hoffe, ich muss wissen
dass wir es an uns reißen
mit all dem was wir haben
was wir können,
dass wir denken,
lesen,
miteinander reden
wachsen,
für uns sorgen
fernab von unseren Blasen,
Beisln und der Bar,
bitte miteinander
lasst uns kommen
denn unser Wort
ist unsere Kraft,
wenn die Tat drauffolgt
mit voller Macht

Es hat mehr Wert
als all das Gold
unter der Antarktis,
all das Öl unter der schmelzenden Decke, ⁣wie ich hoff.

Alles fließt, schmilzt seinen Weg entlang.
Stopp den Fluss,
die Wiederholung der Geschichte,
mit Empathie,
es soll nicht enden mit dem Gedichte.
Erhebet euch,
Gerechtigkeit, im Namen deiner
erkennen wir an, dass was ich dir gebe
verdoppelt sich
und nimmt nicht von mir.

Mein Herz,
schwarz verschleiert
für uns alle.
Muss der Mensch sich selbst zerstören
Will er, sie, wir nicht hören?
Nimmt all eure Kraft und Macht
zum letzten Mal,
denn ich hab nur diese Worte
mehr nicht zurzeit.
Vielleicht müssen wir noch ruhen,
wachsen,
kämpfen,
aber
BITTE ALLE WACHET AUF
Ich danke euch,

©️ 2019, Mariam Hage

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