Feuer Über Wien

Es brennt,
es platzt,
wir kratzen die Krusten
der alten Wunden,
als ob,
als ob wir es nicht besser wussten.

Es juckt, er schluckt
den tristen Trank hinunter
und entzündet erleichtert
die erlösende Tschick,
schreit auf
nach seiner 12 Stundenschicht.

Er raucht, er braucht
niemanden,
der ihm vor Augen hält
was alles im Inneren
bei ihm schief rennt.

Ein Blick genügt
aufs Blatt Papier,
sie gifteln geübt
in gewohnter Manier,
gekonnt, gewollt
für den Meistbietenden hier.

Eine Lüge,
eine Farce
Populismus
ist das neue Schwarz.

So bröckelt und köchelt,

Emotionen, Hass,
des Menschen einzigen Wert
hat nur mehr sein Pass.

Diese Angst, die Wut,
unverändert, bedrängt
entrinnt, ein stummer Schrei
wider Willen meinen Lippen.
Kaum entkommt, unempört,
immer härter,
wächst es schneller,
stärker.

Dem Grauen angemessen,
vergessen sie
Würde, Werte, Menschenrechte.
In engeren Grenzen, Gesetzen
verstecken sie,
als ob – ah vergiss
es würd‘ keinen interessieren.
Wir sind ja viel zu beschäftigt
die Rechten zu normalisieren.

Das Unwissen und die Ausrede
marschieren Hand in Hand
den Abgrund entlang,
denn wer kennt
nicht die Geschichten?
Dennoch können,
wollen, denken wir
die Gegenwart ist nicht zu richten.

Während er schluckt,
kaut, spuckt, verdaut
trifft sein Blick
auf das neue Gesicht der Nation
– Manipulation
ein Manifest des Hasses
fein säuberlich vorgestrickt
für die Masse,
ertönt in seiner Hand.
Diese Werbung raubt ihm noch
den letzten Verstand.

Ah shit, ich stopp.
Kann keine klare Worte
fassen, fangen.
Bin zu müde,
vollgestopft im Kopf.
Das Schreiben hinkt mir hinterher,
die Worte stecken
tief im Hals,
nur eins
bleibt klar
stecht hoch hinaus:

Der Mensch,
Der Mensch,
der muss
zum Mensch zurück.

Und aus.

©️ 2019, Mariam Hage