Wahn & Wahrheit

Wieso gebe ich mich nicht mit dem Gewöhnlichen zufrieden? Wieso lasse ich meinen Geist & nicht die geliebte Vernunft führen? Die Grenzen der Vernunft belächelt jener und steigt  voller Hohn über sie hinüber. Mein Bauch grollt, wenn man ihm die Wärme des Traumes untersagt. Er schimpft und wütet über die Bourgeoisie. DIE FREIHEIT LIEGT IM HANDELN. Die Hoffnung der Menschen liegt im Tun, grölen sie, die Auserwählten, quer über die Tischplatte des Café de Flore.

Ich habe Hunger, knirscht der Kopf. Füttre mich, nähre mich, fleht das Herz. Wie Raubtiere unter den Organen, winden & zischen sie, quer durch die Adern des beschränkten Raums. Ohne Ruh, ohne Halt – eh man sie erhört.

Süße Anstrengung, süßes Dasein, welcher einen in den Wahnsinn treibt. Doch haben Wahn und Wahrheit nicht mehr gemein, als nur den ersten Laut ihrer Wörter?

Wieso gebe ich mich nicht mit dem Gewöhnlichen zufrieden?

Weil die ersten Nägel meines Grabes die Namen der Zufriedenheit, der Gewöhnlichkeit tragen werden. Weil ich glücklich sein will, das Leben bis zum letzten Tropfen aussaugen möchte. Gierig und bestimmt wie ein Kind.

Leben, wie ein Kind.

 

© Mariam Hage, 2019

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